Munition

Ein besonders grosses Problem bei der Suche mit dem Metallsuchgerät ist das auffinden von scharfer Munition und Blindgängern. Auch nach über einem halben Jahrhundert über oder unter der Erde und sogar auch im Wasser können solche Bodenfunde nach wie vor eine echte Gefahr darstellen, da der Sprengstoff nach wie vor mit hoher Wahrscheinlichkeit noch explosiv und einsatzbereit ist.
Darum sollte man solche Fundstücke niemals mit nach Hause nehmen und vielleicht sogar in einer Vitrine zur Schau stellen. Einige Hobbysucher insbesondere in Osteuropa schleppen solche Munition in Unmengen ins heimische Wohnzimmer und versuchen nicht selten, scharfe Granaten sogar am Schraubstock zu öffnen und sie somit zu ungefährlicher Deko-Munition umzubauen. Dies ist ein Spiel mit dem eigenen Leben, da solche mechanische Einwirkung schnell einen Funken verursachen kann, der den Inhalt zu Explosion bringt. Auch in Deutschland kommt es leider immer wieder zu solchen Vorfällen, bei denen manchmal auch Tote zu beklagen sind. Oft werden jedoch auch unbewusst gefährliche Fundobjekte einfach vom Fundort mitgenommen. Das ist ein Fehler, den generell gilt die Faustregel: Was ich nicht kenne fasse ich nicht an und nehme ich auch nicht mit. Schon oft haben sich Funde nach der Fundbestimmung in einem der Fachforen für Metalldetektor-Gänger als explosives Material herausgestellt, das betrifft sogar Kleinteile. Eine Sprengkapsel aus Aluminium macht beispielsweise keinen gefährlichen Eindruck, da es sich lediglich um eine kleine Aluhülse mit dem Stempel "S" handelt. Dennoch kann dieses Fundstück ganze Gliedmasse eines Menschen sofort entfernen, auch wenn es sich um einen Bodenfund, Oberflächenfund oder Wasserfund handelt. Auch eine Stabbrandbombe (in der Regel achteckig) wirkt nicht wirklich gefährlich, ist es aber trotzdem.

Aus oben genannten Gründen sollte sich jeder vor den ersten Suchgängen mit der Metallsonde ausführlich über Munitionsfunde informieren, da es sich dabei neben Müll und Münzen um den häufigsten Fund handelt. Genrell sollte beim Grabungsvorgang mit dem Spaten sehr vorsichtig gesucht werden, da ein Zünder schon durch einen kräftigen Schlag ausgelöst werden kann.

Typische Bodenfunde:
Handgranate, Gewehrgranate, Mörser, Sprengkapsel, Stabbrandbombe, Platzpatrone, Zielpatrone, Leuchtspurmunition, Mine, Panzerbüchsenpatrone, Exerzierpatrone (ungefährlich), Gewehrpatrone, MG-Munition, 8mm Lebel (WW1), Vetterlipatrone, Sprengbombe, Flakmunition, 9mm Parabellum, Sprenggranate, Panzergranate, Panzersprenggranatpatrone, Hartkerngeschoss, Stielgranate, Teile vom Leitwerk usw.

Zünder:
Bombenzünder, Kopfzünder, Aufschlagzünder, Druckzünder, Doppelzünder, Brennzünder, Handgranatenzünder, Hebelzünder, Heckaufschlagzünder, Innenzünder, Zeitzünder, Wurfgranatenzünder, Tellerminenzünder, Zerlegezünder, Zugzünder usw.

Es würde hier wohl den Rahmen sprengen, auf alle einzelne Munitionsarten einzugehen. Bitte lesen Sie in den passenden Fachforen die Details der einzelnen Munitionsarten nach.

Für die Entsorgung scharfer Munition ist in Deutschland der Kampfmittelräumdienst/Kampfmittelbeseitigungsdienst/Munitionsbergungsdienst (KMRD/KMBD/MBD) zuständig. Egal wo Munition und Altlasten aus den Weltkriegen gefunden werden ist der Kampfmittelräumdienst ein professioneller und fachmännischer Entsorger und Entschärfer von Blindgängern. Das in Anspruch nehmen des Räumdienstes ist kostenlos, ist ja das Ziel gefährliche Kampfstoffe sicher zu entfernen und zu vernichten. Die Organisation wird von den einzelnen Bundesländern selbst übernommen. Wenn Sie einmal Munition oder Blindgänger finden und die Nummer des Munitionsbergungsdienstes nicht ausfindig machen können, kann auch die Polizei weiter helfen. Bei dem KMRD arbeiten ausgebildete Feuerwerker und Sprengmeister die ihr Handwerk verstehen. Sie sind zuständig für das lokalisieren von Blindgängern/Bomben anhand von Luftbildern und Zeugenaussagen, das Suchen von Munition im Boden mit Hilfe von Metallsuchgeräten und Bodensonden, Flächenreinigung von Munitionsverseuchten Gebieten und die Beseitigung (Entschärfen, Transport, Vernichtung).

Einige Bücher über Muntionsarten, Waffenarten und die Deutsche Wehrmacht finden sie hier: